Risiko · Artikel 3 von 18
Risiko: Was kann schiefgehen?
Nur Bildung und Analyse – keine Anlageberatung.
Die wichtigsten Risikoarten
- Marktrisiko: Kurse fallen. Auch breit gestreute Anlagen können über Jahre im Minus sein.
- Verlustrisiko: Bis zum Totalverlust, besonders bei Einzeltiteln und Kryptowerten.
- Klumpenrisiko: Zu viel Geld in einem Wert, einer Branche oder einem Land.
- Währungsrisiko: Wechselkurse verändern den Wert in Euro.
- Liquiditätsrisiko: Ein Titel lässt sich nicht oder nur mit Abschlag verkaufen.
- Emittenten- und Verwahrrisiko: Der Herausgeber oder Verwahrer fällt aus.
- Hebelrisiko: Bei Hebelprodukten und CFDs vervielfachen sich Gewinne und Verluste; Nachschusspflichten sind möglich.
- Verhaltensrisiko: Angst und Gier führen oft zu schlechten Entscheidungen (zum Beispiel FOMO, Herdenverhalten).
- Betrugsrisiko: Fake-Broker, Fake-Influencer, „garantierte“ Renditen.
Schwankung messen
Volatilität und maximaler Rückgang (Drawdown) zeigen, wie stark ein Wert in der Vergangenheit geschwankt hat. Beispiel mit erfundenen Zahlen: Fällt ein Wert um 50 %, braucht er danach +100 %, um zum Ausgangspunkt zurückzukehren.
Wie Risiko begrenzt werden kann (Allgemeinwissen)
Streuung, Verzicht auf Kredit, Notgroschen außerhalb der Börse, nur Geld einsetzen, das man lange nicht braucht, schriftlicher Plan statt Bauchgefühl.
Warnsignale für unseriöse Angebote
Garantierte Gewinne, Zeitdruck, Anruf aus dem Nichts, Aufforderung zu Krypto-Überweisungen, kein Eintrag bei der BaFin.
Risiko ist nicht nur „Verlust“
Viele Menschen denken bei Risiko nur an den Totalverlust. Genauer gesagt bedeutet Risiko, dass das Ergebnis anders ausfallen kann als erwartet, im schlechten wie im guten Sinn. Für Anfänger ist besonders wichtig, die schlechten Fälle zu kennen, denn sie lassen sich vorher bedenken. Ein höherer möglicher Ertrag geht fast immer mit einem höheren Risiko einher (siehe Börse und Wertpapiere verstehen).
Die wichtigsten Risiken mit Alltagsbeispielen
- Marktrisiko: Wie das Wetter. Du kannst es nicht beeinflussen, aber du kannst dich darauf einstellen, dass es manchmal schlecht wird.
- Klumpenrisiko: Wenn dein gesamtes Einkommen, dein Erspartes und dein Depot am selben Unternehmen hängen, trifft eine einzige schlechte Nachricht alles gleichzeitig. Mehr dazu in Klumpenrisiko im Alltag erkennen.
- Währungsrisiko: Du kaufst etwas in einer Fremdwährung. Steigt der Euro gegenüber dieser Währung, ist dein Anteil in Euro weniger wert, auch wenn der Kurs vor Ort gleich bleibt.
- Liquiditätsrisiko: Du möchtest verkaufen, aber niemand will kaufen oder nur zu einem viel niedrigeren Preis. Das passiert bei sehr kleinen oder exotischen Produkten.
- Verhaltensrisiko: Du verkaufst aus Angst im Tief und kaufst aus Gier im Hoch. Das Thema steht im Artikel Psychologie und ein persönlicher Plan.
Beispiel mit erfundenen Zahlen
Ein erfundener Wert steht bei 100 €. Er fällt in einem Jahr auf 60 €, das sind 40 % weniger. Um wieder auf 100 € zu kommen, braucht er jetzt +66,7 %, denn 40 € von 60 € sind zwei Drittel. Je tiefer der Absturz, desto schwerer der Weg zurück. Bei einem Rückgang von 50 % sind es sogar +100 %. Deshalb ist es sinnvoll, vor dem Einsatz zu überlegen, wie viel Rückgang du aushalten kannst, ohne in Not zu geraten oder aus Panik zu handeln.
Streuung begrenzt manches, aber nicht alles
Wer sein Geld auf viele verschiedene Titel verteilt, verringert das Risiko, dass ein einzelner Ausfall alles trifft. Gegen allgemeine Marktrückgänge hilft das nur begrenzt: In einer Krise können viele Werte gleichzeitig fallen. Eine verständliche Erklärung gibt der Artikel Risiko und Streuung einfach erklärt.
Betrug erkennen
Seriöse Anbieter versprechen keine Gewinne. Warnsignale sind Zeitdruck („nur heute“), Versprechen wie „garantiert“, Anrufe oder Nachrichten von Unbekannten, Aufforderungen, Geld an Wallet-Adressen zu senden, und fehlende BaFin-Erlaubnis. Prüfe jede Plattform selbst, bevor du Geld überweist, und gib niemals Fernzugriff auf deinen Computer. Besonders häufig kommen solche Maschen bei Krypto vor (siehe Krypto und Hebelprodukte).
Zum Mitnehmen
- Kenne die Risikoarten, bevor du dich mit einem Produkt beschäftigst.
- Rechne mit Verlusten und überlege vorher, wie du reagierst.
- Lege einen Notgroschen außerhalb der Börse an.
- Nimm keinen Kredit für Börsengeschäfte auf.
- Schreibe deinen Plan auf, bevor Emotionen ins Spiel kommen.
Unbekannte Begriffe findest du im Glossar.
Nur Bildung und Analyse – keine Anlageberatung. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung, etwas zu kaufen oder zu verkaufen.