Risiko · Artikel 15 von 18
Klumpenrisiko im Alltag erkennen
Nur Bildung und Analyse – keine Anlageberatung.
Was ein Klumpenrisiko ist
Ein Klumpenrisiko entsteht, wenn zu viel Geld an einer Stelle hängt. Fällt diese Stelle aus, trifft es dich hart.
Typische Klumpen
- Ein einzelnes Unternehmen, zum Beispiel der Arbeitgeber, dessen Aktien du zusätzlich hältst. Fällt er aus, sind Job und Geld gleichzeitig betroffen.
- Eine Branche oder ein Thema, das gerade in den Nachrichten ist.
- Ein Land oder eine Währung.
- Ein einzelnes Produkt, das scheinbar breit streut, aber überwiegend aus wenigen Werten besteht.
- Eine einzige Plattform oder ein einziger Anbieter.
Warum man es übersieht
Zwei Fonds können dieselben großen Unternehmen enthalten. Dann streuen sie weniger, als ihre Namen vermuten lassen. Auch eine Geldanlage, die stark gestiegen ist, wird irgendwann ein größerer Teil des Ganzen, ohne dass du etwas getan hast.
So prüfst du es
- Liste alle Anlagen mit ihrem Wert auf.
- Rechne den Anteil jeder Position an der Summe aus.
- Schau bei Fonds in die größten Einzelwerte, die der Anbieter veröffentlicht.
- Frage dich: Wie sähe es aus, wenn der größte Posten die Hälfte verliert?
Was folgt daraus
Es gibt keine allgemeingültige Grenze. Wichtig ist, dass du die Zusammensetzung kennst und bewusst entscheidest. Für persönliche Fragen wende dich an eine unabhängige Beratung.
Klumpen im Alltag: drei Beispiele
Beispiel 1 (erfunden): Mia arbeitet bei einer Firma, besitzt deren Aktien aus einem Mitarbeiterprogramm und hat zusätzlich einen Fonds, der überwiegend aus Aktien derselben Branche besteht. Geht es der Branche schlecht, kann sie gleichzeitig Job, Einkommen und Ersparnisse treffen.
Beispiel 2 (erfunden): Tom hat 70 % seines Depots in einer einzigen Münze, die im letzten Jahr stark gestiegen ist. Er hat nichts verkauft, aber der Anteil ist durch den Kursanstieg immer größer geworden.
Beispiel 3 (erfunden): Lena hat drei Fonds mit verschiedenen Namen. Bei genauem Hinsehen enthalten alle drei dieselben zehn großen Unternehmen.
Rechenbeispiel mit erfundenen Zahlen
Dein Depot hat vier Positionen: A 5.000 €, B 1.000 €, C 500 €, D 500 €. Summe: 7.000 €. Anteil von A: etwa 71 %. Fällt A um 50 %, verlierst du 2.500 €, das sind rund 36 % des Depots, obwohl B, C und D nicht angefasst wurden. Die Rechnung zeigt, wie stark eine einzelne Position wirken kann.
Klumpen, die man nicht im Depot sieht
Klumpenrisiken gibt es nicht nur im Depot. Wer sein gesamtes Geld bei einem Anbieter hält, hängt an dessen Sicherheit und Erreichbarkeit. Wer nur in einem Land investiert und dort auch arbeitet, ist doppelt abhängig. Wer viel Geld in ein einzelnes Immobilienprojekt steckt, hängt an einem Gebäude und einem Ort. Ob und wie du damit umgehst, ist deine eigene Entscheidung.
Wie oft solltest du nachsehen?
Ein fester Termin hilft, zum Beispiel einmal im Quartal oder im Jahr. Tägliches Hinschauen verleitet zu Kurzschlüssen (Psychologie und ein persönlicher Plan). Wenn du bei einer Prüfung einen großen Klumpen entdeckst, heißt das nicht, dass du sofort handeln musst. Es heißt, dass du bewusst entscheiden kannst. Auch Verkaufen kann Kosten und Steuern auslösen, die du vorher kennen solltest (Steuern in Deutschland).
Typische Fehler
- Den Wert eines Fonds nur nach dem Namen beurteilen.
- Nie nachsehen, was sich seit dem Kauf verändert hat.
- Klumpen nur beim Depot suchen, nicht bei Arbeitgeber, Land und Anbieter.
- Aus Angst vor Klumpen jede Woche umschichten und hohe Gebühren zahlen (Gebühren verstehen).
Zum Mitnehmen
Liste alles auf, rechne die Anteile aus und prüfe, was in deinen Fonds steckt. Hintergrund zur Streuung gibt Risiko und Streuung einfach erklärt. Begriffe findest du im Glossar.
Nur Bildung und Analyse – keine Anlageberatung. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung, etwas zu kaufen oder zu verkaufen.