Kosten und Steuern · Artikel 11 von 18
Gebühren verstehen: Order, Spread und Depot
Nur Bildung und Analyse – keine Anlageberatung.
Kosten sind sicher, Erträge nicht. Deshalb lohnt es sich, die Kosten zu kennen, bevor du etwas tust.
Die vier häufigsten Kostenarten
- Ordergebühr: Fällt bei jedem Kauf und Verkauf an. Sie besteht oft aus einem festen Teil und einem Prozentteil, manchmal mit Mindest- und Höchstbetrag.
- Spread: Der Unterschied zwischen Kaufkurs (Ask) und Verkaufskurs (Bid). Er steht nicht auf der Abrechnung, wirkt aber wie eine Gebühr.
- Depotführung: Manche Anbieter berechnen eine jährliche Gebühr, andere nicht.
- Fremdkosten: Zum Beispiel Börsenplatzentgelte oder Gebühren für Auslandsbörsen.
Wo du die Kosten findest
- Im Preis- und Leistungsverzeichnis des Anbieters.
- In der Kostenvorabinformation, die du vor dem Kauf bekommst.
- Im Basisinformationsblatt (PRIIPs-KID) bei vielen Produkten.
Wichtig bei kleinen Beträgen
Eine feste Gebühr von 1 € auf eine Order von 50 € sind 2 %. Bei 1.000 € sind es 0,1 %. Je kleiner die Order, desto stärker fällt eine feste Gebühr ins Gewicht.
Fragen, die du dir stellen kannst
- Was kostet ein Kauf, ein Verkauf und das Halten pro Jahr?
- Gibt es Mindestgebühren?
- Welche Kosten stehen nicht auf der Abrechnung?
Wenn du die Antworten nicht findest, frage beim Anbieter nach, bevor du handelst.
Gebühren sind mehr als eine Zahl
Wer „kostenlos“ liest, sollte genauer hinsehen. Manche Anbieter berechnen keine Ordergebühr, verdienen aber über den Spread oder über Zusatzdienste. Das ist nicht automatisch schlecht oder gut; wichtig ist, dass du die Gesamtkosten kennst. Einen Überblick über alle Kostenarten gibt Kosten: Was Geldanlage wirklich kostet.
Der Spread an einem erfundenen Beispiel
Ein erfundener Wert wird mit Kaufkurs 20,10 € und Verkaufskurs 20,00 € angezeigt. Der Spread beträgt 0,10 €, das sind etwa 0,5 %. Wer kauft und gleich wieder verkauft, verliert diesen Betrag. Bei Produkten, die viele Menschen handeln, ist der Spread oft klein. Bei wenig gehandelten Werten kann er viel größer sein. Der Spread ist also ein Maß dafür, wie leicht ein Wert zu handeln ist (Risiko: Was kann schiefgehen?).
Wie Ordergebühren aufgebaut sein können
- Pauschal: Ein fester Betrag je Order, zum Beispiel 4 €.
- Prozentual: Ein Anteil der Ordersumme, oft mit Mindest- und Höchstbetrag.
- Gemischt: Fester Teil plus Prozentteil.
Je nach Handelsplatz können zusätzlich Fremdkosten hinzukommen. Rechne vor einem Kauf aus, was das Gesamtpaket kostet, am besten mit mehreren Mengen, zum Beispiel für 100 €, 500 € und 2.000 €. So siehst du, bei welcher Größe sich die Struktur lohnt.
Kosten, die du im Jahr beobachten solltest
Neben den Kosten pro Order gibt es Kosten, die du jedes Jahr zahlst: Depotführung, Fondskosten und gegebenenfalls Kontoführung. Sie sind weniger auffällig, aber über viele Jahre wichtig. Fonds und ETFs haben eigene Kosten, die der Artikel Fondskosten: TER und die Kosten dahinter erklärt.
Typische Fehler
- Nur den Preis pro Order vergleichen und den Spread vergessen.
- Eine Mindestgebühr übersehen, die bei kleinen Orders stark wirkt.
- Fremde Börsenplätze nutzen, ohne die Zusatzkosten zu prüfen.
- Gebühren und Steuern verwechseln (Steuern in Deutschland: Überblick).
Zum Mitnehmen
Lies das Preisverzeichnis, rechne mit eigenen Beträgen und denke an Spread und laufende Kosten. Das Zusammenrechnen übst du im Artikel Gebühren-Beispielrechnung. Begriffe wie Ask und Bid stehen im Glossar.
Ein Mini-Beispiel zur Mindestgebühr
Erfunden: Eine Order kostet 0,25 % der Ordersumme, mindestens aber 5 €. Bei 500 € wären das nur 1,25 €, es gilt jedoch die Mindestgebühr von 5 €, also 1 % der Summe. Bei 5.000 € kostet die Order 12,50 €, das sind 0,25 %. Darum lohnt es sich, bei kleinen Beträgen auf die Mindestgebühr zu achten.
Nur Bildung und Analyse – keine Anlageberatung. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung, etwas zu kaufen oder zu verkaufen.