Grundlagen · Artikel 9 von 18
Ordertypen im Überblick: Market, Limit und Stop
Nur Bildung und Analyse – keine Anlageberatung.
Was ist eine Order?
Eine Order ist dein Auftrag an den Broker, ein Wertpapier zu kaufen oder zu verkaufen. Du legst fest, was, wie viel und zu welchen Bedingungen. Welche Ordertypen es gibt, hängt vom Broker und vom Handelsplatz ab.
Die drei Grundtypen
- Market-Order (Bestens): Wird sofort zum aktuell möglichen Preis ausgeführt. Du weißt vorher nicht genau, zu welchem Preis. Bei wenig gehandelten Werten kann der Preis stark vom letzten Kurs abweichen.
- Limit-Order: Du setzt eine Preisgrenze. Ein Kauf-Limit führt nur zu diesem Preis oder günstiger aus, ein Verkaufs-Limit nur zu diesem Preis oder besser. Dafür ist nicht sicher, dass überhaupt ausgeführt wird.
- Stop-Order: Sie wird erst aktiv, wenn ein Kurs erreicht ist. Danach wird sie meist zur Market-Order. In schnellen Märkten kann der echte Preis deutlich vom Stop-Kurs abweichen (Slippage).
Zusatzoptionen
- Stop-Limit: Nach Erreichen des Stop-Kurses wird eine Limit-Order aktiv. Das begrenzt den Preis, aber die Order kann unausgeführt bleiben.
- Gültigkeit: Eine Order gilt zum Beispiel nur für einen Tag oder bis zu einem Datum. Prüfe das vor dem Abschicken.
- Teilausführung: Große Orders werden manchmal in mehreren Teilen ausgeführt, manchmal mit mehreren Gebühren.
Typische Fehler
- Eine Market-Order bei einem Wert mit großem Spread aufgeben.
- Eine Stop-Order für eine Garantie halten. Sie ist keine.
- Menge oder Kauf/Verkauf verwechseln. Lies die Zusammenfassung vor dem Absenden genau.
Merksatz
Market heißt: sicher ausgeführt, Preis offen. Limit heißt: Preis begrenzt, Ausführung offen.
Warum der Ordertyp wichtiger ist, als er aussieht
Viele Anfänger überlegen lange, was sie kaufen, und klicken dann ohne Nachdenken auf „Kaufen“. Dabei entscheidet der Ordertyp mit darüber, zu welchem Preis und ob überhaupt ausgeführt wird. Zwei Menschen, die dasselbe Produkt zur selben Zeit kaufen, können durch verschiedene Ordertypen verschiedene Ergebnisse haben.
Die Typen im Alltagsvergleich
- Market-Order: Wie ein Taxi, das du sofort nimmst: Du kommst sicher an, aber der Preis hängt vom Verkehr ab.
- Limit-Order: Wie ein Angebot auf einem Flohmarkt: „Ich zahle höchstens 5 €.“ Wenn niemand zu diesem Preis verkauft, passiert nichts.
- Stop-Order: Wie ein Rauchmelder: Er löst erst aus, wenn eine Schwelle erreicht ist. Danach hast du aber keinen Einfluss mehr auf den genauen Ablauf.
Beispiel mit erfundenen Zahlen
Ein erfundener Wert steht bei 20,00 €. Du hast einen Stop-Verkauf bei 18,00 € gesetzt. Über Nacht gibt es schlechte Nachrichten, und der Kurs eröffnet am nächsten Morgen bei 15,00 €. Dein Stop wird ausgelöst, aber die Order wird zu etwa 15,00 € ausgeführt, nicht zu 18,00 €. Der Stop ist also keine Garantie für einen Mindestpreis. Mit einem Stop-Limit bei 18,00 € hättest du den Preis begrenzt, aber bei einem solchen Kurssprung wäre die Order eventuell gar nicht ausgeführt worden.
So findest du selbst den passenden Typ
Stelle dir diese Fragen:
- Ist mir wichtiger, dass die Order sicher ausgeführt wird, oder dass der Preis stimmt?
- Wie stark schwankt das Produkt, und wie groß ist der Spread? (siehe Gebühren verstehen)
- Wie lange soll die Order gelten?
- Kann ich damit leben, wenn nichts passiert?
Das ist keine Empfehlung für einen Typ, sondern eine Denkhilfe. Wie ein Limit konkret eingegeben wird, zeigt Limit-Order Schritt für Schritt.
Wie ordnest du das ein?
Bei breit gehandelten Produkten sind Unterschiede zwischen Kurs und Ausführungspreis oft klein, bei wenig gehandelten Werten können sie sehr groß sein. Das Liquiditätsrisiko erklärt der Artikel Risiko: Was kann schiefgehen?. Grundlagen zum Depot findest du in Depot, Broker und Orders.
Zum Mitnehmen
Prüfe vor dem Absenden immer Ordertyp, Menge, Handelsplatz und Gültigkeit. Üben kannst du mit einem Demokonto. Unbekannte Wörter findest du im Glossar.
Nur Bildung und Analyse – keine Anlageberatung. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung, etwas zu kaufen oder zu verkaufen.