Kosten und Steuern · Artikel 6 von 18
Steuern in Deutschland: ein Überblick (keine Steuerberatung)
Nur Bildung und Analyse – keine Anlageberatung.
Grundprinzip
Gewinne aus Kapitalanlagen (Zinsen, Dividenden, Kursgewinne) sind in Deutschland grundsätzlich steuerpflichtig. Die Abgeltungsteuer beträgt 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag (5,5 % auf die Steuer) und gegebenenfalls Kirchensteuer (Stand: November 2026, bitte aktuell prüfen).
Sparer-Pauschbetrag
Ein jährlicher Freibetrag für Kapitalerträge (1.000 € für Einzelpersonen, 2.000 € für zusammen veranlagte Ehepaare; gesetzlich in § 20 Abs. 9 EStG geregelt, Stand: November 2026, bitte aktuell prüfen). Mit einem Freistellungsauftrag beim Broker wird er genutzt; die Summe aller Aufträge darf den Betrag nicht übersteigen.
Wer führt die Steuer ab?
Inländische Broker führen die Abgeltungsteuer meist automatisch ab. Bei ausländischen Brokern oder Kryptowerten musst du in der Regel selbst in der Steuererklärung (Anlage KAP bzw. Anlage SO) angeben.
Besonderheiten (nur Stichworte)
- Verlustverrechnung: Verluste aus Aktien lassen sich nur mit Aktiengewinnen verrechnen, nicht mit anderen Töpfen.
- Teilfreistellung bei Fonds/ETFs: Ein Teil der Erträge ist steuerfrei, je nach Fondsart.
- Vorabpauschale: Bei thesaurierenden Fonds kann jährlich eine Steuer anfallen.
- Kryptowerte: Private Veräußerungsgeschäfte, Haltefrist von einem Jahr; Freigrenze beachten; Regeln zu Staking und Lending sind komplex.
- Derivate/Termingeschäfte: Besondere Verlustverrechnungsgrenzen.
- Gewerbliche Tätigkeit: Sehr häufiger Handel kann in Einzelfällen steuerlich anders eingeordnet werden.
Aufbewahren
Abrechnungen, Jahressteuerbescheinigung, Transaktionsliste bei Krypto.
Warum Steuern dazugehören
Wenn du dich mit Geldanlage beschäftigst, ist die Steuer ein Teil des Gesamtbildes, denn sie mindert das, was am Ende bei dir ankommt. Dieser Artikel gibt nur einen Überblick, damit du die Begriffe verstehst und die richtigen Fragen stellen kannst. Er ersetzt keine Steuerberatung. Regeln und Beträge ändern sich; prüfe sie deshalb immer aktuell.
Wie die Abgeltungsteuer funktioniert (vereinfacht)
Die Abgeltungsteuer ist eine pauschale Steuer auf Kapitalerträge. „Abgeltend“ heißt: Wenn der Broker sie abgeführt hat, ist die Steuer auf diese Erträge in der Regel erledigt. Der Broker zieht sie direkt von deinem Verrechnungskonto ab und meldet sie dem Finanzamt. Du bekommst dazu eine Abrechnung und am Jahresende eine Steuerbescheinigung.
Beispiel mit erfundenen Zahlen (stark vereinfacht)
Eine erfundene Person verkauft Anteile mit einem Gewinn von 1.500 €. Ihr Sparer-Pauschbetrag ist noch ganz frei. Dann sind die ersten 1.000 € steuerfrei und nur die übrigen 500 € werden besteuert. Hat die Person ihren Freibetrag bereits ausgeschöpft, wird der gesamte Gewinn von 1.500 € mit dem Steuersatz belastet. Im Alltag kommen Teilfreistellung, Verlusttöpfe und Kirchensteuer dazu, deshalb ist das hier nur ein Denkbeispiel.
Freistellungsauftrag: Was ist das?
Mit einem Freistellungsauftrag sagst du deinem Broker, bis zu welchem Betrag er keine Steuer einbehalten soll. Hast du mehrere Anbieter, musst du den Freibetrag auf sie verteilen. Insgesamt darfst du den Pauschbetrag nicht überschreiten. Wer mehrere Konten hat, sollte einmal im Jahr prüfen, wie der Freibetrag verteilt ist.
Wann musst du selbst etwas abgeben?
Wenn dein Broker im Ausland sitzt oder nicht automatisch Steuern abführt, musst du die Erträge in der Steuererklärung angeben. Das gilt auch oft für Kryptowerte. Bewahre deshalb alle Abrechnungen und Transaktionslisten auf. Ausführlichere Erklärungen findest du in den Artikeln Steuern auf Geldanlagen: Grundbegriffe und Steuern bei Verkauf und Ausschüttung.
Typische Fehler
- Den Freistellungsauftrag nie prüfen und zu viel Steuer bezahlen.
- Den Freibetrag mehrfach vergeben.
- Krypto-Geschäfte nicht dokumentieren.
- Annehmen, dass „Steuer spart man mit Tricks“. Seriöse Hilfe gibt es bei einer Steuerberatung.
- Diesen Artikel für aktuell halten, ohne das Datum zu beachten.
Zum Mitnehmen
Steuern verändern das Ergebnis, ihre Regeln ändern sich, und die genaue Berechnung hängt von deiner Lage ab. Nutze dieses Wissen für gute Fragen an eine Steuerfachperson, nicht als Ersatz für sie. Zusammenhänge mit den Kosten siehst du im Artikel Kosten: Was Geldanlage wirklich kostet. Begriffe stehen im Glossar.
Nur Bildung und Analyse – keine Anlageberatung. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung, etwas zu kaufen oder zu verkaufen.