Nur Bildung und Analyse – keine Anlageberatung. Keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.

Kosten und Steuern · Artikel 17 von 18

Steuern bei Verkauf und Ausschüttung: wie die Abläufe aussehen

Nur Bildung und Analyse – keine Anlageberatung.

Auch dieser Text ist keine Steuerberatung. Er erklärt nur, wie die Abläufe grob aussehen. Die Regeln im Einzelfall klärst du mit einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater.

Zwei typische Ereignisse

Der Ablauf bei einer deutschen Bank

  1. Du verkaufst oder erhältst eine Ausschüttung.
  2. Die Bank ermittelt den steuerpflichtigen Betrag.
  3. Falls vorhanden, wird dein Freistellungsauftrag berücksichtigt.
  4. Die Bank führt Steuern ab und schickt dir eine Abrechnung.

Ein Rechenbeispiel mit erfundenen Zahlen

Kauf für 1.000 €, Verkauf für 1.200 €, Kosten 10 €. Der rechnerische Gewinn beträgt 190 €. Ob darauf Steuern anfallen, hängt von Freibetrag, Steuerklasse der Anlage und weiteren Punkten ab.

Wann du selbst aktiv werden musst

Was du dafür sammeln solltest

Kaufabrechnungen, Verkaufsabrechnungen, Jahressteuerbescheinigungen. Notiere Kaufdatum und Preis.

Wichtig

Die Fristen und Beträge können sich ändern. Frage bei Unsicherheit eine Fachperson, bevor du verkaufst.

Der Weg des Geldes bei einem Verkauf

Wenn du ein Wertpapier verkaufst, passiert Folgendes: Du erteilst den Auftrag (Limit-Order Schritt für Schritt), die Order wird ausgeführt, der Erlös geht auf dein Verrechnungskonto. Bei einer deutschen Bank rechnet diese im Hintergrund den Gewinn oder Verlust aus. Dabei zählen Kaufpreis, Verkaufspreis und Kosten. Danach wird geprüft, ob ein Freistellungsauftrag gilt und ob Verluste verrechnet werden können. Erst dann wird eventuell eine Steuer abgezogen.

Ein zweites Rechenbeispiel mit erfundenen Zahlen

Im Beispiel oben gab es 190 € Gewinn. Nehmen wir an, im selben Jahr hat die Person an anderer Stelle einen Verlust von 90 € gemacht. Wenn beide Posten zu denselben Verrechnungsregeln gehören, bleibt ein Gewinn von 100 €. Ob die Regeln das erlauben, hängt von der Art der Anlage ab: Für Aktien und andere Werte gelten unterschiedliche Verlusttöpfe. Deshalb sagt der Artikel Steuern in Deutschland: Überblick ausdrücklich, dass man das im Einzelfall prüfen muss.

Ausschüttung: Was bedeutet das für dich?

Bei einer Dividende oder Ausschüttung kommt Geld auf dein Konto. Auch hier ermittelt die Bank, ob Steuern anfallen. Auf der Abrechnung siehst du meist den Bruttobetrag, die einbehaltene Steuer und den Nettobetrag. Lies diese Abrechnung einmal gründlich, damit du das Muster erkennst. Bei Fonds mit Teilfreistellung kann ein Teil der Erträge steuerfrei sein; die Höhe hängt von der Fondsart ab.

Kosten nicht vergessen

Beim Verkauf fallen Kosten an: Ordergebühr, eventuell Spread und manchmal Fremdkosten. Sie mindern den Gewinn und damit auch die steuerliche Basis. Die Zusammenhänge erklärt Gebühren verstehen. Wer vor dem Verkauf nachrechnet, überrascht sich später weniger.

Praktische Schritte vor einem Verkauf

  1. Rufe die Kaufabrechnung auf und notiere Kaufpreis und Kosten.
  2. Prüfe, wie dein Freistellungsauftrag verteilt ist.
  3. Schaue, ob es Verlustposten im selben Jahr gibt.
  4. Frage bei Unsicherheit vor dem Verkauf eine Fachperson, nicht danach.

Typische Fehler

Zum Mitnehmen

Der Ablauf ist meist: Verkauf, Berechnung, Freibetrag, Steuer, Abrechnung. Hebe alle Belege auf und kläre offene Fragen vor dem Verkauf. Begriffe: Glossar. Grundbegriffe: Steuern auf Geldanlagen: Grundbegriffe.

Wo du Hilfe bekommst

Wenn du unsicher bist, nutze die Erklärungen deiner Bank zur Abrechnung, die Hilfetexte des Finanzamts oder eine Beratung durch Steuerberater. Eine Beratungsstunde vor einem großen Verkauf kann sich lohnen, weil danach vieles nicht mehr zu ändern ist. Frage konkret: Welche Unterlagen brauche ich, und was gilt für meine Anlageform?

Nur Bildung und Analyse – keine Anlageberatung. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung, etwas zu kaufen oder zu verkaufen.