Kosten und Steuern · Artikel 5 von 18
Kosten: Was Geldanlage wirklich kostet
Nur Bildung und Analyse – keine Anlageberatung.
Die Kostenarten
- Ordergebühren: Pauschal oder prozentual je Order, oft mit Mindestgebühr.
- Spread: Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs; wirkt wie versteckte Gebühr.
- Depotführung: Jahresgebühr bei manchen Anbietern.
- Fondskosten (TER): Laufende Kosten eines Fonds oder ETFs, schon im Kurs eingerechnet.
- Transaktionskosten im Fonds: Zusätzlich zur TER, stehen im Kosteninformationsblatt.
- Fremdkosten: Börsenplatzentgelt, Handelsplatzgebühren.
- Finanzierungskosten: Bei Hebelprodukten und CFDs, zum Beispiel Übernachtfinanzierung.
- Krypto: Handelsgebühren, Netzwerkgebühren (Gas), Ein- und Auszahlungsgebühren.
- Währungsumrechnung: Aufschläge bei Fremdwährungen.
Beispiel mit erfundenen Zahlen
Bei 10.000 € Anlage und 1 % laufenden Kosten pro Jahr sind das 100 € pro Jahr. Über 20 Jahre summieren sich Kosten und entgangener Zinseszins deutlich, auch ohne Berücksichtigung von Kursentwicklung. Rechne immer mit den Gesamtkosten.
Wo stehen die Kosten?
Vor jedem Geschäft muss der Anbieter dir Kosteninformationen geben (Kosteninformation, bei Fonds das Basisinformationsblatt PRIIPs-KID). Lies sie und vergleiche.
Checkliste
Alle Gebühren aufschreiben, auf Mindestbeträge achten, Spread bei wenig gehandelten Titeln prüfen, Gesamtkosten pro Jahr in Euro ausrechnen.
Warum Kosten so wichtig sind
Über Erträge weiß niemand vorher Bescheid. Kosten dagegen sind sicher: Sie fallen an, ob es gut läuft oder schlecht. Das macht sie zu einem der wenigen Dinge, die du vorher prüfen und vergleichen kannst. Dabei geht es nicht darum, immer das Billigste zu nehmen. Es geht darum, zu wissen, was du bezahlst.
Sichtbare und unsichtbare Kosten
Sichtbare Kosten stehen auf der Abrechnung: Ordergebühr, Depotführung, Fremdspesen. Unsichtbare Kosten stecken im Preis: der Spread, die TER im Fonds, Transaktionskosten im Fonds und Aufschläge bei der Währungsumrechnung. Wer nur die Ordergebühr vergleicht, sieht oft nur die Hälfte. Wie die einzelnen Posten funktionieren, erklärt der Artikel Gebühren verstehen. Für Fonds gibt es einen eigenen Artikel: Fondskosten: TER und die Kosten dahinter.
Ein Rechenweg in vier Schritten
- Schreibe alle Kostenarten auf, die für dein Produkt gelten.
- Rechne alles auf Euro pro Jahr um.
- Teile die Summe durch den angelegten Betrag, dann erhältst du die Kosten in Prozent.
- Vergleiche mit einer Alternative, die du genauso gerechnet hast.
Ein durchgerechnetes Beispiel mit erfundenen Zahlen findest du in Gebühren-Beispielrechnung.
Beispiel mit erfundenen Zahlen
Ein erfundener Fonds hat 0,4 % TER, der Anbieter nimmt 5 € je Order, und du zahlst im Jahr 12-mal ein. Bei 100 € pro Monat sind das 60 € Ordergebühren (5 % deines Jahresbetrags von 1.200 €). Dazu kommen etwa 4,80 € TER. Zusammen wären das rund 65 € bei 1.200 €, also über 5 %. Ein anderes Modell mit einer Order im Quartal wäre deutlich günstiger. Die Zahlen sind erfunden; sie zeigen nur, warum sich das Nachrechnen lohnt.
Kosten und Zinseszins
Kosten wirken wie ein Gegenwind, der jedes Jahr gleich bleibt. Weil das Geld, das als Kosten abfließt, auch keine eigenen Erträge mehr bringt, wächst der Unterschied mit der Zeit. Das gilt in beide Richtungen: Kleine Unterschiede bei den jährlichen Kosten werden über viele Jahre zu großen Beträgen. Das ist kein Grund, etwas Bestimmtes zu tun; es ist ein Grund, die Zahlen zu kennen.
Typische Fehler
- Nur auf die Ordergebühr schauen und den Spread ignorieren.
- Die Mindestgebühr übersehen.
- Mehrere kleine Orders statt einer größeren abschicken, ohne die Gebühren zu vergleichen.
- Hebelprodukte wegen niedriger Gebühren wählen und die Finanzierungskosten übersehen (siehe Krypto und Hebelprodukte).
- Kosten und Steuern verwechseln. Steuern sind ein eigenes Thema: Steuern in Deutschland: Überblick.
Zum Mitnehmen
Lies die Kosteninformationen, rechne selbst nach, vergleiche Gleiches mit Gleichem und beziehe alle Kostenarten ein. Begriffe wie Spread oder TER stehen im Glossar.
Nur Bildung und Analyse – keine Anlageberatung. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung, etwas zu kaufen oder zu verkaufen.