Kosten und Steuern · Artikel 12 von 18
Gebühren-Beispielrechnung mit erfundenen Zahlen
Nur Bildung und Analyse – keine Anlageberatung.
Die Zahlen sind erfunden. Sie zeigen nur, wie du selbst rechnen kannst. Echte Preise stehen im Preisverzeichnis deines Anbieters.
Beispiel 1: Eine einmalige Order
Annahmen: Kauf für 1.000 €, Ordergebühr 5 €, Spread 0,2 %.
- Ordergebühr: 5 €
- Spread: 0,2 % von 1.000 € = 2 €
- Kosten beim Kauf: 7 €, das sind 0,7 %
- Beim späteren Verkauf fällt das Ganze noch einmal an.
Beispiel 2: Sparplan mit festen Gebühren
Annahmen: monatlich 25 €, Gebühr 1,50 € pro Ausführung.
- 1,50 € von 25 € sind 6 %.
- Im Jahr sind das 18 € Gebühren bei 300 € Einsatz.
- Bei 100 € pro Monat wären es 1,5 %.
Was du daraus lernst
- Bei kleinen Beträgen sind feste Gebühren der große Hebel.
- Viele kleine Orders können teurer sein als wenige größere.
- Kosten wirken über die Jahre, besonders laufende Kosten.
Dein eigener Rechenweg
- Betrag der Order notieren.
- Alle festen Gebühren addieren.
- Spread als Prozent vom Betrag dazurechnen.
- Gesamtkosten durch Ordervolumen teilen und mit Alternativen vergleichen.
Wichtig
Niedrige Kosten sind kein Grund, etwas zu kaufen. Sie sind nur ein Teil des Gesamtbildes.
Beispiel 3: Der Unterschied zwischen einmal und oft
Erfundene Annahmen: Du möchtest im Jahr 1.200 € investieren. Variante A: zwölfmal 100 € mit 1,50 € Gebühr je Order. Variante B: einmal 1.200 € mit 3 € Gebühr. Bei A zahlst du 18 € im Jahr, bei B 3 €. Das ist ein Unterschied von 15 €, bei 1.200 € also 1,25 Prozentpunkte. Dafür verteilt A den Einstieg auf mehrere Zeitpunkte, was ein anderes Thema ist (siehe Risiko und Streuung einfach erklärt). Ob dir der Zeitpunkt oder die Gebühr wichtiger ist, entscheidest du selbst; dieser Artikel gibt keine Empfehlung.
Beispiel 4: Spread bei zwei verschiedenen Produkten
Produkt X (erfunden) hat einen Spread von 0,05 %, Produkt Y einen von 1 %. Bei 1.000 € Einsatz sind das 0,50 € gegenüber 10 €. Wenn du das Produkt nach einem Jahr wieder verkaufst, fällt die Differenz noch einmal an. Ein höherer Spread kann sich lohnen, wenn du das Produkt aus anderen Gründen brauchst; er sollte aber bewusst in die Rechnung eingehen.
Wie du eine eigene Tabelle baust
Lege eine einfache Liste an mit den Spalten Betrag, Ordergebühr, Spread in Euro, Summe und Summe in Prozent. Trage für zwei oder drei Anbieter oder Produkte dieselben Beträge ein. Dann siehst du auf einen Blick, wie sich die Kosten verändern. Prüfe zusätzlich die laufenden Kosten pro Jahr (Fondskosten: TER und die Kosten dahinter).
Fehler beim Rechnen vermeiden
- Prozent und Prozentpunkte verwechseln.
- Gebühren nur für den Kauf rechnen und den Verkauf vergessen.
- Mindestgebühren nicht einbeziehen.
- Zahlen aus Werbung unkritisch übernehmen. Nutze das Preisverzeichnis.
Zum Mitnehmen
Rechne mit deinen echten Beträgen, beziehe Kauf und Verkauf ein und vergleiche Gleiches mit Gleichem. Hintergründe erklärt der Artikel Gebühren verstehen, das große Bild zeigt Kosten: Was Geldanlage wirklich kostet. Begriffe findest du im Glossar.
Warum Beispiele nicht Wirklichkeit sind
Echte Anbieter haben andere Preise, Mindestbeträge und Aktionen. Auch der Spread ändert sich während des Tages. Nutze die Rechenwege hier als Vorlage, setze die echten Zahlen ein und lege dein Ergebnis neben die Kostenübersicht im Basisinformationsblatt.
Wie du dein Ergebnis einordnest
Wenn die Gesamtkosten bei deiner Rechnung hoch erscheinen, heißt das nicht, dass ein Angebot schlecht ist. Es zeigt dir nur, wo der Hebel sitzt: bei der Ordergröße, bei der Zahl der Orders oder beim Spread. Ändere immer nur eine Zahl auf einmal, dann siehst du, was die Kosten wirklich treibt. Notiere dein Ergebnis mit Datum, denn Preise ändern sich.
Nur Bildung und Analyse – keine Anlageberatung. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung, etwas zu kaufen oder zu verkaufen.