Kosten und Steuern · Artikel 13 von 18
Fondskosten: TER und die Kosten dahinter
Nur Bildung und Analyse – keine Anlageberatung.
Was die TER sagt
Die TER (Gesamtkostenquote) gibt an, wie viel Prozent des Fondsvermögens pro Jahr für Verwaltung und Betrieb anfallen. Du zahlst sie nicht per Rechnung. Sie wird dem Fonds laufend entnommen und mindert den Wert deines Anteils.
Beispiel mit erfundenen Zahlen
Bei 10.000 € und einer TER von 0,2 % sind das 20 € pro Jahr. Bei 1,5 % wären es 150 € pro Jahr. Der Unterschied wirkt jedes Jahr wieder.
Was die TER nicht enthält
- Handelskosten im Fonds: Wenn der Fonds Wertpapiere kauft oder verkauft, entstehen Kosten, die separat ausgewiesen werden.
- Spread beim Kauf deines Anteils an der Börse.
- Ausgabeaufschlag bei manchen aktiv verwalteten Fonds.
- Steuern.
Wo du Angaben findest
Im Basisinformationsblatt (PRIIPs-KID) werden die Kosten als Gesamtübersicht dargestellt. Dort stehen auch laufende Kosten und Transaktionskosten.
Aktiv und passiv
Aktiv verwaltete Fonds haben oft höhere Kosten als Indexfonds (ETF). Ob sich höhere Kosten lohnen, lässt sich im Voraus nicht sagen. Eine niedrige TER garantiert keine bessere Wertentwicklung.
Tipps zum Vergleichen
- Gleiche Produkte vergleichen, zum Beispiel zwei Fonds auf denselben Index.
- Immer die Gesamtkosten betrachten, nicht nur die TER.
- Wertentwicklung der Vergangenheit sagt nichts über die Zukunft.
Ein Vergleich über 20 Jahre (erfundene Zahlen, ohne Kursentwicklung)
Angenommen, zwei erfundene Fonds entwickeln sich vor Kosten gleich, nämlich mit 5 % pro Jahr. Fonds A kostet 0,2 % TER, Fonds B 1,5 %. Bei 10.000 € Startbetrag ergibt A nach 20 Jahren etwa 25.700 €, B etwa 21.200 €. Der Unterschied von rund 4.500 € entsteht allein durch die Kosten. Die Zahlen sind vereinfacht und erfunden; echte Fonds entwickeln sich nie gleich. Sie zeigen aber, wie Kosten und Zinseszins zusammenwirken.
Was in der Kosteninformation noch stehen kann
- Einstiegskosten oder Ausgabeaufschlag: Eine einmalige Gebühr beim Kauf.
- Ausstiegskosten: Eine Gebühr beim Verkauf, nicht bei allen Fonds.
- Performancegebühr: Ein Teil des Gewinns, den der Fondsmanager erhält.
- Transaktionskosten: Kosten für die Käufe und Verkäufe im Fonds selbst.
Alle diese Posten müssen im Basisinformationsblatt stehen. Lies sie auch, wenn der Fonds „günstig“ beworben wird.
ETFs und die Kosten dahinter
ETFs haben meist niedrige laufende Kosten, aber auch sie haben Nebenkosten. Dazu gehören der Spread beim Kauf und Verkauf an der Börse sowie Handelskosten im Fonds. Außerdem unterscheiden sich ETFs in der Art, wie sie den Index nachbilden. Das kann die Kosten und Risiken beeinflussen. Hintergrund zu den Produkten gibt Börse und Wertpapiere verstehen.
Kosten und Risiko zusammen sehen
Ein günstiger Fonds ist nicht automatisch ein sicherer Fonds. Ein teurer Fonds bringt nicht automatisch mehr. Kosten sind nur eine Seite. Die andere Seite ist das Risiko (Risiko und Streuung einfach erklärt). Lies beides zusammen, bevor du eine eigene Entscheidung triffst.
Typische Fehler
- Nur die TER vergleichen und andere Kosten übersehen.
- Fonds mit unterschiedlichem Anlageziel miteinander vergleichen.
- Die Kosten für den Verkauf vergessen.
- Alte Zahlen verwenden; die TER kann sich ändern.
Zum Mitnehmen
Die TER ist ein guter Startpunkt, aber nicht die ganze Wahrheit. Schaue ins Basisinformationsblatt, rechne in Euro und vergleiche Gleiches mit Gleichem. Das Gesamtbild findest du in Kosten: Was Geldanlage wirklich kostet. Begriffe wie TER: Glossar.
So liest du das Basisinformationsblatt
Suche zuerst die Zeile mit den laufenden Kosten, dann die mit den Transaktionskosten. Addiere beide. Das Ergebnis in Prozent ist ein erster Anhaltspunkt für die jährlichen Kosten. Rechne danach auf deinen Betrag um. Bei 10.000 € und 0,8 % Gesamtkosten sind es 80 € im Jahr. Frage dich, ob du das Produkt versteht und zu welchem Zweck du es überhaupt betrachtest.
Nur Bildung und Analyse – keine Anlageberatung. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung, etwas zu kaufen oder zu verkaufen.